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Kühlimmobilien – Robert Schubert erklärt

  • Journal

Seit Anfang Mai ist Robert Teil von LIST und im Key Account für die Kühlimmobilien verantwortlich. Wir haben uns nochmal mit ihm hingesetzt und ihn mit Fragen rund um Kühlimmobilien gelöchert.

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Warum ausgerechnet Kühlimmobilien?

 

Robert Schubert: Ich bin ehrlich gesagt eher zufällig in diesen Bereich eingestiegen. Damals haben wir für das erste Tiefkühlhaus einen externen Projektleiter engagiert. Der ist dann direkt für vier Wochen in den Urlaub gegangen. So wurde ich ins kalte Wasser geworfen, im wahrsten Sinne des Wortes, und sollte das Projekt anschieben. Ich habe mich dann intensiv mit dem Thema Kühlhausbau auseinandergesetzt und mir dabei einiges an Know-how erarbeitet. Besonders spannend fand ich das Thema Unterfrierschutz, welcher für die geplante Tiefkühlhalle mit -24 Grad Raumtemperatur zwingend erforderlich war. Da war es entscheidend, Maßnahmen zu ergreifen, damit eine Eislinsenbildung unter dem Hallenboden oder den Stützenfundamenten Eislinsen wirksam unterbunden wurde. So hat sich das Schritt für Schritt weiterentwickelt.



Was hat dich motiviert, bei uns einzusteigen?

 

R.S.: Ich habe hier sehr gute und auch innovative Ansätze gesehen. Besonders die LIST Ingenieure haben mich überzeugt – da steckt viel gebündelte Kompetenz im Unternehmen. Ich sehe darin eine enorme Innovationskraft und glaube, dass das ein hervorragender Nährboden ist, gerade für spezielle Immobilien wie Kühllager. Mein Ziel ist, gemeinsam mit dem Team gute Produkte zu entwickeln, die wir unseren Kunden anbieten können. Das war letztlich der Hauptgrund, warum ich mich entschieden habe, diesen Weg bei LIST weiterzugehen.



Ist es zu kurz gedacht, Kühlimmobilien nur mit Logistik zu verbinden?

 

R.S.: Ja, das wäre definitiv zu kurz gegriffen. Klar, Logistik ist fast immer ein Bestandteil – das gehört dazu. Aber mir persönlich ist es wichtig, den Fokus auch auf Produktionsgebäude zu legen. Besonders im Bereich der Lebensmittelproduktion und der Pharmaindustrie oder generell dort, wo Temperaturführung eine Rolle spielt, gibt es großes Potenzial. Und da sehe ich die Chance, gemeinsam auch mehr Produktionsimmobilien mit Kühlanforderungen zu entwickeln.



Welche Rolle spielen Kühlimmobilien in der Lieferkette – und wie stellt man sicher, dass die Kühlkette durchgehend funktioniert?

 

R.S.: Für die Lebensmittelsicherheit ist die Einhaltung der Kühlkette absolut entscheidend. Das gilt für frische, leicht gekühlte Produkte wie Molkereiwaren oder Gemüse, aber besonders für tiefgekühlte Lebensmittel. Hier ist es wichtig, dass die Kerntemperatur von -18 Grad konstant gehalten wird. Die Kühlkette beginnt beim Hersteller – dort wird produziert und direkt eingefroren. Danach geht es entweder in ein Zwischenlager oder direkt auf den LKW. Bei jedem dieser Schritte muss sichergestellt werden, dass die Temperatur stabil bleibt. Im Kühlhaus wird die Ware zwischengelagert, konserviert und anschließend kommissioniert und ausgeliefert. Technisch gesehen geschieht das über Verladetechnik wie Ladebrücken oder spezielle Verladeschleusen auch Cooldocks oder Thermoschleusen genannt. Da hat sich in den letzten Jahren viel getan, gerade im Hinblick auf die Energieeffizienz und die Nachhaltigkeit. Es ist ein sensibler Prozess – und der muss exakt funktionieren.



Wie lässt sich Qualität bei Kühlimmobilien gewährleisten?

 

R.S.: Die Qualität steht und fällt mit der Planung. Man muss sich schon in der Konzeptionsphase Zeit nehmen, um die Immobilie bis ins Detail durchzudenken. Denn wenn ein Tiefkühlhaus einmal in Betrieb ist, also auf Temperatur läuft, kann ich es nicht einfach wieder auftauen, um etwas nachzubessern. Der Kunde will es schließlich nutzen. Daher müssen alle Dichtungen, Klebebänder und Bauteile von Anfang an perfekt sitzen. Wir arbeiten zum Beispiel mit Blower-Door-Tests zur Eigenüberwachung, um die Dichtigkeit zu prüfen. Auch bei Toren und Türen greifen wir auf hochwertige Lösungen zurück – die spielen eine zentrale Rolle für Energieeffizienz und Funktionalität.



Wie bringt man alle technischen Anforderungen unter einen Hut?

 

R.S.: Im Bereich Kühlimmobilien ist es nicht möglich, während der Bauphase noch zu planen – das funktioniert vielleicht bei einem Büroausbau, aber hier definitiv nicht. Die technischen Details müssen vorher klar sein. Fehler können später nur mit großem Aufwand im laufenden Tiefkühlbetrieb behoben werden. Das ist auch extrem kostenintensiv. Deshalb ist es essenziell, schon in der Planungsphase sehr sorgfältig zu arbeiten. Und auf der Baustelle braucht man geschultes Fachpersonal, das genau weiß, worauf es ankommt. Unter anderem muss kontrolliert werden, ob etwa Dichtbänder korrekt eingebaut wurden. Wir überlassen dabei nichts dem Zufall.



Warum sind Kühlimmobilien aus deiner Sicht Vorreiter beim Thema Energieeffizienz?

 

R.S.: Weil Energieeffizienz in diesem Bereich immer schon wirtschaftlich wichtig war. Man muss große Räume dauerhaft auf bestimmten Temperaturen halten – je nach Nutzung zwischen +12 und -24 Grad. Das ist extrem energieintensiv. Die größten Energieverluste entstehen über Tore und Türen, nicht über Dach oder Wand. Deshalb liegt dort auch der größte Hebel zur Verbesserung. Auch die Wahl des richtigen Industriekältekonzeptes, das für die Immobilie und die Nutzung optimal passt, spielt eine elementare Rolle. All das erfordert durchdachte, effiziente Technik.



Welche Rolle spielen Zertifizierungen bei Kühlimmobilien?

 

R.S.: Im klassischen Gewerbebereich – also Büro- oder Verwaltungsbauten – sind Zertifizierungen wie DGNB oder BREEAM längst etabliert. Bei Kühlhäusern ist das bisher leider noch ein blinder Fleck. Oft fällt dieser Bereich durchs Raster, weil die Temperaturanforderungen so speziell sind. Aber gerade hier wird viel Energie verbraucht. Ich möchte mich deshalb dafür einsetzen, dass auch Kühlimmobilien in Zukunft stärker berücksichtigt werden – etwa durch ein eigenes Gütesiegel. Ich kann mir gut vorstellen, das gemeinsam mit LIST Eco und eventuell mit der DGNB anzugehen.



Wir sprechen öfter von temperaturgeführten Immobilien – was genau bedeutet eigentlich „temperaturgeführt“?

 

R.S.: Der Begriff hat sich über die Jahre weiterentwickelt. Früher sprach man einfach von Kühlhäusern – da ging es primär um die Lagerung von zu kühlenden Lebensmitteln bei Temperaturen über 0°C, sogenannte Pluskühlung oder Niedrigkälte, und Temperaturen unter -18°C, Tiefkühlung genannt. Heute gehören auch Pharmalager dazu – und die haben ganz andere Anforderungen. Dort spricht man von „Ambient“-Lagern, also temperaturgeführten Bereichen zwischen 15 und 25 Grad. Diese Temperatur muss ganzjährig konstant bleiben. Das heißt, man muss nicht nur kühlen, sondern auch heizen. Temperaturgeführt heißt also: Die Temperatur wird aktiv geregelt – in beide Richtungen.



Ist es möglich Kühlimmobilien zu revitalisieren?

 

R.S.: Ja, grundsätzlich schon – viele dieser Immobilien sind längst abgeschrieben und bezahlt, werden aber immer noch genutzt. Es gibt zum Beispiel noch ehemalige Objekte Linde AG, die in den 1950er-Jahren gebaut wurden und heute noch in Betrieb sind. Ich sehe da ein großes Potenzial – die Branche wächst stetig. Die Auslastung der Kühlhäuser ist sehr hoch. Deswegen wird es in den nächsten Jahren viele Ersatzneubauten geben, weil die alten Gebäude nicht mehr den heutigen energetischen und technischen Standards entsprechen. Teilweise wurden früher auch Kältemittel eingesetzt, die heute verboten sind. Eine Revitalisierung ist möglich, aber man muss genau hinschauen. Viele alte Gebäude haben zum Beispiel eine andere Tragstruktur oder sind zu niedrig für moderne Lagertechnik – früher hatte man oft nur zwei bis vier Palettenebenen übereinander. Auch die Palettenabmessungen haben sich geändert. In vielen Fällen lohnt es sich daher nicht, einfach nur die Hülle zu erneuern und neue Technik einzubauen – da ist ein kompletter Neubau oft sinnvoller.

 

Persönlich

Unser Team - Gemeinsam stark.

Wir stehen persönlich hinter jedem Projekt.

Manuel Prass, geschäftsführender Gesellschafter der LIST Ingenieure, steht mit verschränkten Armen und einem Lächeln vor einer hellen Betonwand.

Manuel Prass

Geschäftsführender Gesellschafter
LIST Ingenieure

Björn Husse, geschäftsführender Gesellschafter der LIST Ingenieure, steht mit verschränkten Armen im modernen Büroflur und lächelt in die Kamera.

Björn Husse

Geschäftsführender Gesellschafter
LIST Ingenieure

Manuel Prass, geschäftsführender Gesellschafter der LIST Ingenieure, steht mit verschränkten Armen und einem Lächeln vor einer hellen Betonwand.
Björn Husse, geschäftsführender Gesellschafter der LIST Ingenieure, steht mit verschränkten Armen im modernen Büroflur und lächelt in die Kamera.

Arbeiten bei LIST

Teamgeist, Verantwortung und echte Entwicklungschancen

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