Innenstädte wachsen. Freie Flächen werden knapper. Zugleich steigt der Bedarf an moderner Bildungs- und Sportinfrastruktur. Wie lassen sich diese Anforderungen zusammenbringen?
Am Charlotte-Paulsen-Gymnasium in Hamburg-Wandsbek eröffnet intelligente Planung neue Perspektiven: Zwei Zweifeldsporthallen werden übereinander gebaut – ergänzt durch ein neues Vereinsheim für den Wandsbeker Turnerbund. Für den Hamburger Bildungsbau ist diese gestapelte Bauweise ein Novum – für uns ein perfektes Beispiel, wie innovative Ingenieurleistungen den vorhandenen Raum effizient nutzen können.
Mehr Raum schaffen, ohne mehr Fläche zu benötigen
In dicht bebauten Städten wird die verfügbare Fläche zunehmend zum limitierenden Faktor. Statt zusätzliche Grundstücke zu erschließen, rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie vorhandener Raum intelligenter genutzt werden kann.
Die gestapelte Zweifeldsporthalle liefert darauf eine überzeugende Antwort.
Durch die vertikale Anordnung entstehen auf nahezu gleicher Grundstücksfläche zwei vollwertige Sporthallen. Gleichzeitig werden die Anforderungen des Schul- und Vereinssports miteinander verbunden – ein funktionaler Mehrwert für Bildung, Sport und Stadtentwicklung.
Neue Wege durch nachhaltige Ingenieurleistung
Eine Konstruktion dieser Art stellt hohe Anforderungen an Planung und Ausführung: Das Tragwerk musste völlig neu gedacht werden.
Gemeinsam mit LIST Ingenieure wurde eine optimierte Tragwerkslösung entwickelt: Spannbeton-Fertigteilbinder in Kombination mit einer Hohlkammerdecke ersetzen den ursprünglich vorgesehenen Stahlverbundträger.
Dabei spielt das Schwingungsverhalten der übereinanderliegenden Hallen eine zentrale Rolle. Die dynamischen Belastungen durch den Sportbetrieb müssen präzise berechnet und beherrscht werden – vergleichbar mit ingenieurtechnischen Anforderungen aus dem Brückenbau.
Komplexität im Gebäude und vor Ort
Auch die innerstädtische Lage stellt das Projekt vor besondere Herausforderungen. Enge Platzverhältnisse verlangen eine exakt abgestimmte Baulogistik, eine sorgfältige Taktung der Abläufe und eine enge Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten.
Gleichzeitig arbeiten innerhalb von LIST unterschiedliche Kompetenzen Hand in Hand: LIST Ingenieure verantwortet unter anderem die TGA sowie Teile der Objekt- und Außenanlagenplanung, während LIST Eco die Bereiche Bauphysik und Akustik bearbeitet.
Zukunft braucht intelligente Lösungen
Das Projekt in Hamburg zeigt beispielhaft, wie sich komplexe Anforderungen mit interdisziplinärer Zusammenarbeit lösen lassen. Wo Fläche begrenzt ist, entstehen durch innovative Planung neue Möglichkeiten – für die Gebäude der Stadt von morgen.
Gerade öffentliche Bauvorhaben verlangen Lösungen, die Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit miteinander verbinden. Die gestapelte Zweifeldsporthalle ist ein Beispiel dafür, wie dieser Anspruch in der Praxis umgesetzt werden kann.