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Wonach wählen Betreiber Standorte aus? Ein Interview mit Hannibal DuMont Schütte.

Hannibal DuMont Schütte ist Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens BD Apartment, das unter der Marke „Stayery“ möblierte Zimmer und Wohnungen auf Zeit vermietet, sogenannte Serviced-Apartments. Das Unternehmen will den Komfort einer Wohnung mit dem Service eines Hotels verbinden. In Dresden planen Stayery und LIST Development Commercial gemeinsam zurzeit zum Beispiel 125 komplett ausgestattete Stayery-Apartments – in zentraler Lage, versteht sich. 


Die Zielgruppe im Blick.


Sie betreiben derzeit ein Haus mit Serviced-Apartments in Berlin sowie eines in Bielefeld. Weitere Städte sollen folgen. Wie wählen Sie einen geeigneten Standort aus?
H. DS.: „Unser Konzept ist sehr stark auf Geschäftsreisende ausgelegt, die kurz- oder längerfristig in einer Stadt bleiben wollen. Von einem Tag bis sechs Monate können wir unseren Kunden alles anbieten. Aus dieser Zielgruppe heraus resultiert die Standortfrage.“ 

Was heißt das konkret?
H. DS.: „Die Entscheidung für einen Standort ist im ersten Schritt geprägt von der Makro-Perspektive. Also welche Städte passen zu unserem Konzept? Dann der Micro-Perspektive: Wo in diesen Städten sind für uns tatsächlich interessante Standorte? Und der letzte Schritt ist die Frage: Was sind die wirtschaftlichen Erwartungen unseres zukünftigen Vermieters und was sind die wirtschaftlichen Erwartungen von uns an diesen Standort? Dann schauen wir, ob wir auch in diesem letzten Schritt übereinkommen und einen Pachtvertrag abschließen.“

Wieso ist eine Stadt wie Bielefeld ein attraktiver Standort?
H. DS.: „Wir haben 32 Städte in Deutschland definiert, in denen wir Bedarf und Nachfrage für unser Konzept sehen. Diese Entscheidung ist primär geprägt von den Unternehmensclustern in den Städten. Dazu zählen natürlich die Top 7 in Deutschland. Aber dazu zählen auch B- und sogar C-Städte, in denen das Volumen an Geschäftsreisen sehr groß ist. Bielefeld ist spannend, denn die Stadt hat Firmen wie Schüco und Dr. Oetker. Das sind alles Milliarden-Firmen, die in und um Bielefeld angesiedelt sind.“


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Entscheidende Kriterien auf der Micro-Ebene.


Und welche Kriterien sind auf der Micro-Ebene entscheidend?
H. DS.:„In den ganz großen Städten, den A-Städten, funktionieren A- und B-Lagen. Teilweise trauen sich Hotels da ja sogar schon in C-Lagen. In anderen Städten, in denen man nicht so einen riesigen Markt hat, sollte der Standort schon eher in Richtung A-Lage gehen. Das hat dann mit der Nähe zum Zentrum zu tun.“ 

In Dresden entwickeln Sie gemeinsam mit LIST Develop Commercial eine neue Stayery, allerdings nicht mitten im Zentrum, sondern in der Neustadt.
H. DS.: Wir bringen Frequenz und brauchen Frequenz. So kann man es kurz sagen. Deshalb sind Innenstadtlagen, aber ebenso Lagen in anderen belebten Bezirken für uns interessant. Letzteres trifft auf Dresden zu. Hier haben wir eine super Anbindung an den ÖPNV mit dem Bahnhof Neustadt. Das ist auch ein wichtiges Kriterium. Und es muss einen Supermarkt in der Nähe geben. Weil wir ein junges Konzept haben, ist uns auch noch sehr wichtig, wie es mit Restaurants und der Bar-Szene in der Umgebung aussieht. In Dresden ist das ein sehr cooles Produkt. Dort entstehen in dem Gebäude ein Budget-Hotel, unsere Serviced-Apartments und Büros. Das passt alles sehr gut zusammen und ergänzt sich gut.“ 


Titel und Teaser: the.phillys