Während sich in der Logistikimmobilienbranche die Nachfrage in Richtung flexibler Immobilien mit kleinteilig nutzbaren Flächen entwickelt, bleiben zahlreiche Bestandsimmobilien ungenutzt. Eine Bestandsrevitalisierung in Philippsburg zeigt, dass die Alternative zum Abriss nicht nur ökologisch Sinn ergibt, sondern auch ökonomisch überzeugen kann.
Eine ehemalige Reifen-Lagerhalle in Philippsburg stand vor dem Aus – baurechtlich nicht mehr nutzbar, faktisch nicht mehr neu zu vermieten. Mit LIST fand sich ein Partner, der Planung, Technik und Bau aus einer Hand koordinierte und eine ganzheitliche Lösung schlüsselfertig umsetzte.
Um die Halle zukunftsfähig nutzbar zu machen, mussten nachträglich Brandwände eingebaut werden. Es wurde eine Hybrid-Konstruktion aus Stahlbetonstützen errichtet, die wenige Meter unterhalb des Daches enden und so u.a. durch einen Raupenkran im Halleninneren gestellt werden konnten. Diese Herangehensweise erwies sich als deutlich wirtschaftlicher als die ursprünglich geplante reine Stahlkonstruktion. Zwischen den Säulen wurden anschließend die Brandwände aus Fertigteilen und Mauerwerk eingezogen.
Die gesamte Gebäudeausrüstung wurde grundlegend erneuert: Elektroinstallation, Brandmeldeanlage, Trafos und Mittelspannungsnetz, dazu eine neue Frischwasserversorgung sowie neue Sprinklerköpfe. Gas-, Wasser- und Stromzähler wurden auf die einzelnen Units der Halle aufgeteilt und zentral überwachbar gemacht. Zudem entstand ein neues zweigeschossiges Bürogebäude mit passgenauer Anbindung an die Halle sowie umfassend sanierte und erweiterte Sozialbereiche.
Das Stehfalzdach, eine Konstruktion aus Folie, Dämmung und Metalldach, blieb ebenso erhalten wie die Fassadendämmung – beides fügt sich weiterhin gut in das Gebäudekonzept ein.
Der umlaufende Betonsockel wurde mit Isopaneelen neu gedämmt. Gleichzeitig ergänzt eine installierte PV-Anlage mit über 10 Megawatt Leistung das Nachhaltigkeitskonzept– ein Statement für zukunftsorientierte Energieversorgung trotz Bestandserhaltung.
Eine weitere Herausforderung stellte die Lage im Wasserschutzgebiet dar. Das ablaufende Wasser vom Metalldach hatte über Jahrzehnte zu Ablagerungen in den Versickerungsbecken geführt. Kontaminierter Mutterboden musste entsorgt und durch carbonhaltigen Sand ersetzt werden. Zudem folgen die neuen Außenanlagen nun den aktuellen KOSTRA-Anforderungen: Neue Wasserreinigungsanlagen wurden installiert, die Regenrückhaltebecken saniert.
Nicht jede Bestandsimmobilie muss dem Abriss weichen. Mit der richtigen Kombination aus Vision, technischer Expertise und pragmatischer Umsetzung aus einer Hand lassen sich auch scheinbar veraltete Gebäude in zukunftsfähige, flexible und wirtschaftlich erfolgreiche Immobilien transformieren. Diese sind gleichzeitig ökologischer als jeder Neubau, da „embodied carbon“ gebunden bleibt und deutlich weniger graue Emissionen entstehen.
Die Fakten sprechen für sich: Das Projekt in Philippsburg war für alle Beteiligten sehr erfolgreich, zudem wurden mit namhaften Mietern langfristige Verträge geschlossen – eine Bestätigung für die Markttauglichkeit des Konzeptes.