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Perfektionisten mit einem Faible für Risse. Die Betonauten und ihr Baustoff.

Die „Betonauten" sind Spezialisten für mineralische Bodenbeschichtungen. Unsere Partner verkaufen Glattheit und Geschmeidigkeit, aber begeistern sich für die schroffen, rauen und rissigen Seiten des Betons. Warum?

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105

Beton. Ein Werkstoff, der wie kaum ein anderer für Dauerhaftigkeit steht. Im Außenbereich hat er zwar noch mit der Witterung zu kämpfen, aber spätestens im Gebäudeinneren überdauert er häufig Generationen. Und genau darauf haben sich die Betonauten aus Essen spezialisiert: mineralische Bodenbeschichtungen und Elemente aus Feinbeton im Innenbereich. 

Jetzt könnte man erwarten, dass das Unternehmen die Stärken des Werkstoffs voll und ganz ausspielt. Eine Vermutung, mit der man komplett daneben liegt. Auf der Website der Betonauten findet man neben den klassischen Menüpunkten „Start“, „Kontakt“ und „Impressum“, an denen wohl kaum ein Websitebetreiber vorbeikommt, exakt nur noch einen weiteren Menüpunkt. Und der heißt: „risse galerie“. Und was wir dort vorgefunden haben, hat uns mehr als überrascht. Eine Vielzahl an Bildern von Rissen in Betonelementen. Willkürlich irgendwo bei Spaziergängen aufgenommen. Was soll das? 

„Ja, Risse im Beton sind unerwünscht“, weiß Peter Brockmeier, Geschäftsführer und Inhaber der Betonauten, aus Erfahrung. „Selbst wenn es nur Haarrisse sind, die keinen negativen Einfluss auf die Statik des Elements haben, werden diese nicht akzeptiert.“ Deshalb setzen er und sein Team bei jedem Projekt aufs Neue alles daran, die Entstehung von Rissen zu vermeiden. Sei es beispielsweise durch eine Dämmung oder eine Beschichtung. Das klingt für uns erst einmal einleuchtend. Wenn er die Haltbarkeit des Betons aber in der Regel doch gewährleisten kann, fragen wir uns weiterhin, warum wir auf der Website ausgerechnet Riss-Bilder zu Gesicht bekommen?!

„Nicht so vorschnell“, begegnet uns Brockmeier. „Das eine schließt das andere ja nicht aus.“ Nein? Das Bedarf einer Erklärung: „Beton ist ein ganz wunderbarer Werkstoff“, holt der Geschäftsführer weiter aus, „aber beispielsweise beim Trocknen, bei Temperaturschwankungen oder auch unter dem Einfluss von Witterung entsteht Spannung im Beton. Wird diese zu groß, entsteht ein Riss.“ Und natürlich könne man versuchen, diese negativen Einflüsse zu minimieren und ihnen bestmöglich entgegenzuwirken. Aber eine Garantie für eine lebenslange Rissfreiheit könnten weder er noch irgendjemand anderes geben, so Brockmeier. „Die ‚risse galerie‘ ist mein Bekenntnis zu dem Werkstoff. Wir alle haben unsere Ecken und Kanten. Der Beton im übertragenen Sinn eben auch. Und genau deswegen haben wir den Riss-Bildern einen eigenen Menüpunkt gewidmet.“ 




Zum Unternehmen

Die Betonauten erstellen europaweit mineralische Bodenbeschichtungen und andere Elemente aus Feinbeton. So haben sie beispielsweise auch in unserem Büro- und Geschäftshaus in Nordhorn eine 5 mm dicke Feinbetonschicht als Sichtbelag aufgetragen und aufbereitet – eines der optischen Highlights, über das wir uns bis heute freuen. Die Bodenbeläge waren zunächst ein Nischenprodukt und kamen vor allem im Einzelhandel zum Einsatz. Mittlerweile ist ein regelrechter Hype entstanden. In den letzten Jahren haben Peter Brockmeier und sein Team zunehmend auch Betonböden in Gewerbebauten und Privathäusern erstellt. Darüber hinaus fertigen die Betonauten von Arbeitsplatten über Türen bis hin zu weiteren ausgefallenen Elementen alles, was das Betonliebhaber-Herz höher schlagen lässt. 

Weitere Informationen: www.betonauten.de



Fotos: BETONAUTEN



Bauwerk
Ausgabe 04/2018

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