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Inbetriebnahme bei DPD – im Takt der Tertiale.

Lukas Bauer von DPD Deutschland erklärt, warum es für DPD als Nutzer nach der Übergabe erst richtig spannend wird.

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Der Bau von Logistikzentren boomt – mittlerweile seit mehreren Jahren.

Beispielsweise für DPD errichtet LIST Bau Nordhorn zurzeit in Hamm und Kiel bereits die sechste und siebte Immobilie in nicht einmal fünf Jahren. Und die nächsten gemeinsamen Projekte stehen bereits in den Startlöchern. Für unsere Generalunternehmen ist mit der Fertigstellung der Immobilie Schluss. Aber ist das Depot zum Zeitpunkt der schlüsselfertigen Übergabe wirklich schon „fertig“? Wie lange dauert eine Inbetriebnahme? Und inwiefern steht das Depot in Abhängigkeit zu dem europaweiten Netzwerk der DPD Group?
 

Lukas Bauer, ‎Manager Strategic Capacity Management bei DPD Deutschland, klärt uns auf.
 

Aus der reinen Bau-Perspektive betrachtet ist eine Immobilie mit der Übergabe an uns betriebsbereit. Wechselt man aber die Perspektive und schaut durch unsere Brille auf einen Neubau ist an dieser Stelle fertig nicht gleich fertig. Dazu kann ich drei Schlagworte in den Raum schmeißen: Technik, Menschen und Tertiale. Schauen wir uns gemeinsam an, was dahinter steckt.



Die Technik muss laufen

Schauen wir uns das am Beispiel unseres aktuellen Projektes in Hamm an. Der Baustart Anfang 2018 war für uns ein wichtiger, erster Schritt. Und auch die bauliche Fertigstellung Anfang nächsten Jahres ist ein wichtiger Termin. Der entscheidende Meilenstein ist aus unserer Sicht aber ein anderer. In gut drei Wochen, am 15. Oktober, wird mit der ‚Baufreiheit Fördertechnik‘ für uns der ‚echte‘ Startschuss gesetzt. An dem Tag starten wir – parallel zu den Arbeiten von LIST Bau Nordhorn – mit der Installation unserer Fördertechnik.


DPD Depots haben ein H-Layout: Maximal vier Finger (=Beladehallen) und eine Entladehalle in der Mitte.

Und weil das Depot in Hamm sehr groß und von Beginn an mit vier Fingern ausgestattet ist, nehmen diese Installationsarbeiten einiges an Zeit in Anspruch: insgesamt 44 Wochen. 14 Wochen davon vor und 30 nach der schlüsselfertigen Übergabe. Und erst wenn diese Arbeiten vollständig abgeschlossen sind, ist das Depot betriebsbereit. Denn was in keinem Fall passieren darf, ist, dass beim Sortieren der Pakete etwas schief läuft. Unserer Kunden verlassen sich auf uns und genau dieses Vertrauen steht über dem Faktor Zeit.



Das Team wird parallel vorbereitet

Neben der Technik spielt selbstverständlich auch der Faktor Mensch eine große Rolle. Das Depot in Hamm wird ein in die Jahre gekommenes Depot im elf Kilometer entfernten Unna ersetzen. Die Mitarbeiter ziehen größtenteils mit um und das Team ist bereits gut eingespielt. Aber es gibt natürlich auch Logistikzentren, die unser Netz neu ergänzen – wie zum Beispiel das Depot, das wir Anfang 2017 in Nagold in Betrieb genommen haben. Da mussten wir die entsprechenden Mitarbeiter erst einstellen und anschließend gut auf den Betrieb vorbereiten. Aber so viel sei verraten: Diese Vorbereitungen entscheiden schlussendlich in der Praxis nicht darüber, wann das Depot startet. Unsere Inbetriebsnahmemannschaft benötigt rund einen Monat für sämtliche vorbereitenden Schulungen. Das passiert parallel zur Installation der Technik.


DPD Deutschland betreibt 78 Depots und 6.000 Pickup Paketshops. 9.500 Mitarbeiter und 11.000 Zusteller sind täglich im Einsatz.

Die Tertiale entscheiden

Jetzt könnte man folgende Gleichung annehmen: 15. Oktober 2018 + 44 Wochen = Inbetriebnahme in KW 34, sprich Ende August 2019. Fast. Wir starten in Hamm zum 1. September 2019. Um unsere DPD Welt verstehen zu können, fehlt Ihnen noch eine sehr relevante Information. Wir denken länderübergreifend bei uns im Konzern in Tertialen. Um Chaos und Schnittstellenprobleme zu vermeiden, gibt es drei feste Termine im Jahr, an denen wir unsere Routen anpassen: 1. Januar, 1. Mai und 1. September. Unsere Neubauprojekte planen wir darauf abgestimmt. Im Idealfall schließen wir dann wie in Hamm die Installationsarbeiten kurz vor einem dieser drei Termine ab. Und ja, man könnte sagen, die Tertiale geben uns den Takt vor. Aber: Wir sind Profis darin, genau das zu nutzen.




Das DPD Depot Nagold im Überblick

Projekt: DPD Depot Nagold
Auftraggeber: Feles Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG
Realisierung: LIST Bau Nordhorn GmbH & Co. KG
Bauzeit: 13 Monate
Baugrundfläche: 14.700 qm
Grundstücksgröße: 57.200 qm


Besonderheiten

Eine Besonderheit des DPD Depots Nagold ist der Schwerpunkt Nachhaltigkeit, der sich z. B. in einem besonderen LED-Beleuchtungskonzept und einer sparsamen Sortiertechnik mit verbrauchsarmen Motoren niederschlägt. Bei der baulichen Umsetzung wurden senkrecht tragendeBauteile als Stahlbetonfertigteile ausgeführt, während das Dachtragwerk in nachhaltiger Holzleimbauweise errichtet wurde. Die Technische Gebäudeausrüstung wurde von LIST Ingenieure geplant und von LIST Bau Nordhorn realisiert, darunter Beleuchtung, Klima- und Belüftungsanlagen, Sanitär- und Elektro-Anlagen.


Benno Berkemeyer, Technischer Leiter bei LIST Bau Nordhorn

Bei dem DPD Depot in Nagold konnten wir auf die Erfahrungen zurückgreifen, die wir bei den DPD Projekten in Dinkelsbühl und Nürnberg gewonnen haben. In Nagold haben wir erstmals auch ein mehrgeschossiges Parkhaus schlüsselfertig errichtet. Vor Baubeginn waren umfangreiche Bodenbewegungen nötig, um das Projekt auf dem Hanggrundstück umzusetzen. Inzwischen hat DPD ein Logistikzentrum, in dem monatlich 37.000 Pakete umgeschlagen werden.



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Jan Vennkamp  /08.10.2018

Spannender Beitrag - gerade wegen der engen Timings, die bei solchen Projekten herrschen. Sind Logistik-Immobilien mehr

Spannender Beitrag - gerade wegen der engen Timings, die bei solchen Projekten herrschen. Sind Logistik-Immobilien eigentlich ein Schwerpunkt Thema oder kommen Aufträge in dem Bereich eher seltener vor? weniger