/  Menschen

Netzwerk-Business Teil 2 – mit Angela Rüter

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie hat sich das Netzwerken verändert. Es gibt kaum noch persönliche Begegnungen, dafür müssen wir verstärkt auf digitale Lösungen setzen. Aber können sie persönliche Begegnungen ersetzen? Und wie erfolgreich sind digitale Veranstaltungen wirklich? Wir haben mit Angela Rüter von Heuer Dialog darüber gesprochen.


1. These: Netzwerken zahlt sich wirtschaftlich aus.


A. R.: "Sich treffen, austauschen, gemeinsam an einem Tisch an Lösungen arbeiten: Nach einem Jahr 2020 mit einem gefühlten Dauerlockdown sehnen sich viele nach persönlichen Branchentreffen. Persönliche Treffen fanden ja nur vereinzelt im Sommer statt, das Gros wanderte ins Digitale. Netzwerken wird gerade deshalb immer wichtiger und es zahlt sich wirtschaftlich aus. Über Themen Menschen miteinander zu vernetzen, das ist einerseits für uns als Netzwerkunternehmen unser Kerngeschäft und im besten Fall zahlt sich das für uns auch wirtschaftlich aus. Andererseitswissen wir, dass auf unseren Veranstaltungen auch Geschäfte gemacht und die Weichen für neue Projekte gelegt werden. Es treffen sich die richtigen Menschen, weil wir sie über ein interessantes Thema zueinander bringen. Das ist der Erfolg von Heuer seit über 40 Jahren. Es gibt immer Menschen, die sehr offen sind, die auch gern selbst kommunizieren, die muss man davon nicht überzeugen, weil sie wissen, dass Kommunikation das A und O ist. Es gibt aber auch Unternehmen, die vielleicht etwas vorsichtiger sind, die nach außen hin nicht so viel preisgeben wollen. Die dann aber das Netzwerk, das wir anbieten, sehr schätzen, weil wir eine professionelle Kommunikation auf Augenhöhe anbieten.“


Angela Rüter, ist seit 2005 Geschäftsführerin bei Heuer Dialog. Das Unternehmen für Netzwerke in der Immobilienwirtschaft bringt Menschen aus Architektur, Bauingenieurwesen, Ökologie, Ökonomie, Soziologie, Technologie und Jura in persönlichen Dialogen zusammen. 



2. These: Nur ein gut vernetztes Unternehmen kann fortschrittlich und nachhaltig arbeiten.


A. R.: "Gerade für die Real-Estate-Industrie, die sich mit den Fragen zur Zukunft der Stadt- und Immobilienwelten auseinandersetzt, ist der Austausch, das Vernetzen der unterschiedlichen Disziplinen immens wichtig. Es kommen bei unseren Kongressen Projektentwickler:innen, Finanzierer:innen, Investor:innen, Architekt:innen, Wissenschaftler:innen, Vertreter:innen der Kommunen und der Gesellschaft zusammen. Kein Wirtschaftszweig und keine Kommune kann die enormen Zukunftsaufgaben in den Städten und Regionen für ein besseres Klima und soziale Gerechtigkeit für sich alleine ausmachen. Heuer Dialog versteht sich hier als informeller Brückenbauer, als Initiator für den Aufbau von Netzwerken, zwischen Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft. Und dieser Dialog bewirkt positive Veränderungen und damit Fortschritt. Vor allem Nachhaltigkeit ist jedoch ein Begriff, der immer sehr gern genutzt wird. Wichtig ist aber, auch zu schauen, was tatsächlich nachhaltig ist. Das Thema Nachhaltigkeit wird uns in unserer Branche die nächsten Jahre auf jeden Fall enorm beschäftigen.“


3. These: Digitale Netzwerke wie LinkedIn, Twitter und Co sind heute wichtiger für den Erfolg eines Unternehmens als persönliche Kontakte.


A. R.: „Soziale Medien spielen unbestritten eine wichtige Rolle beim Austausch, bei der Vernetzung und der Kommunikation – auch in unserem Unternehmen. Wir merken aber auch, dass während der Pandemie viele die sozialen Netzwerke nicht nur nutzen, um einen Post zu senden, sondern sie stärker auch wirklich als inhaltliche Plattform nutzen. Auch da öffnen sich die Unternehmen. Man muss herausfinden, was zu einem passt und was nicht. Der Vorteil virtueller Veranstaltungen ist, man kann schnell mit einem Thema an den Markt kommen, man kann auch aktueller auf Entwicklungen reagieren und damit die Kundschaft begeistern und an sich binden. Die Veranstaltungsbranche ist durch die Corona-Pandemie massiv betroffen, trotzdem haben uns die Kund:innen und Partner:innen die Treue gehalten. Mit unseren ‚Digitaltalks‘ haben wir schnell auf die neue Situation reagiert – mit häufig mehr als 500 Teilnehmenden pro Webinar und über 13.000 virtuellen Zuhörer:innen. 

Die sozialen Netzwerke ersetzen aber nicht den persönlichen Kontakt und das wird auch so bleiben. Menschen sind soziale Wesen, man will sich auch wieder treffen und direkt miteinander kommunizieren. Die Pandemie und ihre Folgen werden uns im Veranstaltungsjahr 2021 sicherlich noch bis in den Sommer hindurch und vielleicht darüber hinaus begleiten. Aber zum Glück sehen wir mittlerweile Licht am Ende des Tunnels und hoffen, zeitnah wieder Präsenzveranstaltungen durchführen zu können. Denn: Menschen wirklich zu treffen, und zwar nicht nur am Bildschirm, wird immer wichtig bleiben.“


Titel und Teaser: ©VideoFlow - stock.adobe.com 



Bauwerk jetzt kostenfrei abonnieren.

Sie möchten unser Bauwerk Magazin gerne als Printausgabe erhalten?
Melden Sie sich jetzt für unser kostenfreies Print-Abo an.