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Mehr guter Nachbar als Warenversorger. EDEKAs regionale Marktkonzepte.

Unser Kunde EDEKA hat eine besondere Beziehung zu seinen Produkten – vor allem den regionalen. Wir fragen Peter Meis, Leiter Expansion und Standortentwicklung von EDEKA Rhein-Ruhr, warum das so ist. Und wie sie es in ihren Handelsimmobilien zeigen.

"Wir lieben Lebensmittel“ – das ist ein starker Markenclaim, der im Lebensmitteleinzelhandel wohl einzigartig ist. Herr Meis, Hand aufs Herz, geht das überhaupt? Kann man Lebensmittel lieben?

"Ein klares "Ja"! Denn für mich geht Liebe auch durch den Magen. Heute ist Nahrung nicht mehr reine Energiegewinnung für den Körper. Essen ist Lebensgefühl und -einstellung, Statement und Hobby und sollte vor allem Genuss sein.“

Ist das in den Märkten Ihrer Regionalgesellschaft denn auch tatsächlich Programm? Wie machen Sie diese "Liebe“ erlebbar?

"Wir leben unsere Philosophie mit Liebe zum Detail: Wir präsentieren beispielsweise Brot, Wein, frisches Obst und Gemüse, Fisch und Fleisch so attraktiv wie möglich. Unseren Mitarbeitern wird in der Ausbildung die Wertschätzung für Lebensmittel vermittelt. Das erleben Kunden jeden Tag im sorgsamen Umgang mit den Produkten und einer hoher Beratungskompetenz.“


Erfahrung und Individualität als Patentrezept

In einem Ihrer älteren Werbespots von 2017 sagen Sie, dass es für „Liebe kein Rezept gibt“. Handeln Sie also tatsächlich „frei Schnauze“?

„EDEKA hat immer eine Strategie. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns sklavisch an Schablonen halten. Ob es um den Bau eines neuen Marktes geht oder aber um die Warenpräsentation auf der Fläche: Es gibt kein Patentrezept für einen gelungenen Markt, aber über 100 Jahre Erfahrung, modernste Standards und den Blick für die Lage vor Ort.“

Es geht also um Individualität und Regionalität. Wie entwickeln Sie diese Marktkonzepte, die individuell auf die jeweiligen Standorte zugeschnitten sind?

„Bevor die ersten Planungen für den konkreten Markt entstehen, schauen wir uns die Gegebenheiten ganz genau an: In welchem Umfeld befindet sich der Markt? Welche lokalen Besonderheiten gibt es? Wie sieht die Infrastruktur vor Ort aus? 

Wir hören den Menschen zu und entwickeln erst dann ein Konzept: Das ist eine Symbiose mit den Bedürfnissen der Verbraucher: Von geeigneten Zufahrten über das Gestalten der Außenfassade bis hin zur Auswahl der Inneneinrichtung. Kunden und Mitarbeiter sollen sich bei uns wohlfühlen. So entsteht die besondere Atmosphäre, die es nur bei EDEKA gibt. Von außen nach innen muss es ein gelungenes Gesamtkonzept sein. Dafür hat uns der Handelsverband Deutschland (HDE) ausgezeichnet: EDEKA Kels in Ratingen wurde zum 'Store of the year 2018' gewählt – und das, obwohl sich der Markt in einer teilweise denkmalgeschützten Immobilie befindet und daher erschwerte Bedingungen bei baulichen Veränderungen hat.“
 

Sie sprechen von einem gelungenen Gesamtkonzept. Lässt sich das auch auf die Marktführung übertragen? Welche Persönlichkeiten stecken hinter den einzelnen EDEKA-Filialen? 

"Die Betreiber sind meistens Kaufmannsfamilien, die oft schon seit Generationen mit Lebensmitteln handeln. Als Unternehmer sind sie besonders mit der jeweiligen Region verwurzelt, engagieren sich ehrenamtlich, sind im Schützenverein aktiv oder veranstalten Stadteilfeste. Im Dorf sind sie oft eine feste soziale Einheit. Sie kennen Land und Leute und wissen am besten, was ihre Kunden brauchen. Deshalb fördert EDEKA den Freiraum zur Gestaltung der Märkte und Auswahl des Produktsortiments. Viele Händler setzen auf etablierte, lokale Erzeuger und Dienstleister und werden damit zum Spiegelbild ihres Umfelds. Damit begreifen sich die EDEKA-Kaufleute nicht als reine Warenversorger, sondern vielmehr als guter Nachbar."


Zur Person und zu EDEKA Rhein-Ruhr

Peter Meis ist Leiter der Abteilung "Expansion und Standortentwicklung" bei der EDEKA Rhein-Ruhr. Sein Team identifiziert, projektiert und entwickelt mögliche neue Standorte für das Handelsunternehmen. Sie sind es, die moderne und individuelle Marktkonzepte für die qualifizierte Nahversorgung erarbeiten. Das Gebiet der EDEKA Rhein-Ruhr umfasst den größten Teil Nordrhein-Westfalens sowie Teile von Niedersachsen und Rheinland-Pfalz.


Regionale Nähe als Qualitätsindikator

Die regionale Lebensart, die fest in der EDEKA-Kultur verankert ist, bringt die Regionalgesellschaft Rhein-Ruhr seit 2010 mit einer etwas anderen Liebeserklärung auf den Punkt: Die Eigenmarke „meinLand“ bietet Verbrauchern das Beste aus gleich sechs Regionen in Rhein-Ruhr. Landwirte, Gemüsebauern und Gärtner aus dem Rheinland, dem Niederrhein, der Eifel, dem Münsterland, der Soester Börde als auch dem Ruhrgebiet sind der Garant für Frische, Qualität und Geschmack. Peter Kretz, Theo Germes und Carsten Knodt sind dabei nur drei von über 100 Frischeexperten, die das Beste aus der Region für die EDEKA-Filialen ernten.


Aus der Region für die Region.

Peter Kretz aus Straelen

Theo Germes aus Geldern

Carsten Knodt aus Tönisvorst


Bilder: Fotolia (juefraphoto); EDEKA



Bauwerk
Ausgabe 04/2018